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Frankfurt am Main

Nachfolge: In China schütze ich mein Familien-Business vor Krisen

Isabelle Himbert leitet die Firma Arno Arnold in sechster Generation. Kurz nach Antritt baute sie ein Werk in China für den hessischen Hidden Champion mit auf.

Arno Arnold GmbH/Wolfgang Stahr; Montage: Infografik WELT/Markus Kison

Mit 26 Jahren stieg Isabelle Himbert ins Unternehmen ihrer Familie ein. Kurz danach brach die Corona-Pandemie aus.

Um Kunden in Asien auch in Krisenzeiten zu beliefern, gründete Himbert ein neues Werk in China. 40 Menschen arbeiten dort für den Hidden Champion.

Inzwischen trage sich der chinesische Standort selbst, sagt Himbert. „Das macht uns sehr stolz.“

Als Isabelle Himbert mit 26 Jahren ins Unternehmen ihrer Familie einsteigt, nutzt sie die Krise. Es ist Anfang 2020: Im Corona-Schock bricht der Außenhandel ein, Fabriken stehen still, Grenzen sind dicht, Lieferketten am Boden.

Also ruft die neue Co-Chefin ihr Team zusammen. Sie stellen die Produktion um, kaufen Plastikfolien ein. Über Nacht baut Himbert einen Onlineshop auf. Denn ab jetzt stellt das Familienunternehmen Geschichtsvisiere her, zum Schutz vor Viren. „Das war total spannend, weil wir ein neues Produkt innerhalb weniger Tage entwickelt haben. Und alle waren dabei“, sagt Himbert heute. „Das hat einen großen Drive in die Firma gebracht.“

Eigentlich baut das Unternehmen Schutzabdeckungen für Maschinenbauer weltweit. Die Arno Arnold GmbH ist Marktführer in ihrer Nische. 100 aktive Patente und global 130 Mitarbeitende, knapp 50 davon im hessischen Obertshausen. Einen hohen siebenstelligen Betrag habe der Standort 2024 umgesetzt, schätzt das Rechercheportal Northdata. Die Firma selbst veröffentlicht keine Zahlen.

Himbert übernimmt 2020 als Nachfolgerin den Betrieb von ihren Eltern. Als junge Chefin geht sie neue Wege – bis nach China. Im Gespräch erzählt sie, wie ihr das gelang.

Nach Großmutter Sigrid und Mutter Simone Mang (M.l.) ist Isabelle Himbert (M.r.) die dritte Frau in Folge an der Spitze von Arno Arnold. Vater Wolf Matthias (l.) und Ehemann Benedikt (r.) haben in die Dynastie eingeheiratet.

Nach Großmutter Sigrid und Mutter Simone Mang (M.l.) ist Isabelle Himbert (M.r.) die dritte Frau in Folge an der Spitze von Arno Arnold. Vater Wolf Matthias (l.) und Ehemann Benedikt (r.) haben in die Dynastie eingeheiratet.

Arno Arnold GmbH

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Viele Menschen in der Firma kennt Himbert ihr Leben lang. Schon als Kind ist das Business Dauerthema. „Beim Mittagessen gab es eine klare Reihenfolge: Zuerst durfte ich als Jüngste von meinem Tag erzählen, dann mein Bruder, und danach ging es um die Firma“, sagt sie. „In meine ersten Freundschaftsbücher im Kindergarten und in der Schule habe ich immer geschrieben, ich wolle später Erfinderin werden, weil ich es so spannend fand, dass wir bei Arnold so viele Patente hatten.“

Ich wollte mich nie ins gemachte Nest setzen.

Isabelle Himbert

Geschäftsführerin Arno Arnold

Die Eltern hoffen, dass ihre Kinder nachfolgen – als sechste Generation in 160 Jahren Firmengeschichte. Und ja: Himbert studiert Betriebswirtschaft an der Stockholm School of Economics und der WHU bei Koblenz. Doch eine Karriere in Obertshausen, das scheint ihr zu leicht. „Ich wollte mich beweisen“, sagt sie. „Wenn ich direkt ins Familienunternehmen gehe, dann gehe ich den vermeintlich einfachen Weg – ich setze mich ins gemachte Nest“, habe sie gedacht.

Deshalb macht sie Praktika bei Beiersdorf und L’Oréal, landet einen Job bei Google in Irland – und kehrt dann doch zurück zu Arno Arnold. „Ich muss heute schmunzeln, wenn ich an das ‚gemachte Nest‘ denke. Es ist alles andere als das.“

Corona als Chance

Männer prägen die Branche und Lieferanten wie Kunden verhandeln oft mit erfahrenen Ingenieuren. Himbert ist jung, weiblich und Betriebswirtin. „Ich musste beweisen, dass ich die Materie genauso tief kenne wie jeder andere“, sagt sie. Also lernt Himbert. Produkte, Prozesse, Technik – bis niemand mehr fragt, ob sie das wirklich kann. Um Frauen zu stärken, gründet sie ein Netzwerk beim Arbeitgeberverband Hessenmetall. Die „Frauen in Führung“ geben ihr „Schlagkraft in Situationen, die mich sonst vielleicht überrumpeln würden“, sagt sie.

Die nächste Hürde bei Arno Arnold: Himbert führt ab jetzt Kolleginnen und Kollegen, die sie seit ihrer Kindheit kennt. Auch deren Vertrauen muss sie gewinnen. Sie fährt Gabelstapler, sitzt am Schreibtisch in der Verwaltung und arbeitet mit in der Produktion, bis sie alle Jobs im Haus durchlaufen hat. Und sie führt das „Du” ein.

Als das Team in der Pandemie kurzerhand Corona-Visiere herstellt, sieht Himbert das als Chance. Sie habe das Momentum damals genutzt, sagt sie, um das Miteinander zu stärken. „Das war unser kleines Start-up im großen Unternehmen“.

Die Firma Arno Arnold baute für Jahrzehnte Bandoneon-Instrumente. Aus deren Balgen bauten sie ab 1930 Schutzabdeckungen für Maschinen.

Die Firma Arno Arnold baute für Jahrzehnte Bandoneon-Instrumente. Aus deren Balgen bauten sie ab 1930 Schutzabdeckungen für Maschinen.

Arno Arnold GmbH

Corona lehrt aber auch: Mit den Lieferketten fällt die Wirtschaft. Geopolitische Verwerfungen und Handelsstreit schüren die Angst vor Engpässen und Zöllen zusätzlich. Spätestens seit der Pandemie suchen Unternehmen ihre Zulieferer immer öfter vor Ort, um globale Risiken zu reduzieren. China verfolgt dieses Decoupling sehr konsequent.

Für Arno Arnold ist die Volksrepublik einer der wichtigsten Märkte. „Wenn wir ein globaler Lieferant sein wollen, müssen wir nah am Kunden sein“, sagt Himbert. „Der Kunde wird langfristig nicht bereit sein, Transport, Zölle und den ökologischen Fußabdruck zu bezahlen.“

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Deshalb baut das Unternehmen seine Schutzabdeckungen auch in Kunshan, westlich von Shanghai. Dort hat Arno Arnold seit drei Jahren ein eigenes Werk. 40 Mitarbeiter setzen Designs und Know-How aus Deutschland für Kunden in Asien um.

Das Werk haben Benedikt und Isabelle Himbert im Deutschen Industriepark bei Kunshan aufgebaut – umgeben von deutschen Mittelständlern.

Das Werk haben Benedikt und Isabelle Himbert im Deutschen Industriepark bei Kunshan aufgebaut – umgeben von deutschen Mittelständlern.

Arno Arnold GmbH

Inzwischen trage sich der Standort selbst. „Das macht uns sehr stolz“, sagt Himbert. Sie ist überzeugt: Das Werk in China stützt sogar den Standort in Deutschland. Hätten sie weiter nach Asien exportiert, wären Kunden und Aufträge verloren gegangen – und damit auch Arbeitsplätze in der Heimat. Wer vor Ort produziert, gewinne neue. „Es ging nie darum, Arbeitsplätze von hier nach China zu verlagern.”

Himberts Mann Benedikt kümmert sich ums Asien-Geschäft, baut das Werk auf. „Das war in der Hochzeit von Covid wahnsinnig aufwendig“, sagt Himbert. Wegen der strengen Einreisebedingungen hätten sie lange im Land bleiben und in Quarantänehotels wohnen müssen. „Das war abenteuerlich: elf Quadratmeter, zehn Tage, ohne das Fenster öffnen zu dürfen und mit drei Tests am Tag.“

Auch in der Ehe ist die Firma immer präsent. „Wir sprechen morgens unter der Dusche über die erste E-Mail und abends nach dem Gute-Nacht-Kuss wieder darüber“, sagt Himbert. „Die Arbeit ist für uns einfach mehr als Arbeit. Sie ist Teil unseres Lebens.“

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