Ihren Neujahrstag hatten sie sich sicherlich anders vorgestellt: Die Staatsanwältin, der Polizeichef, der Kantonsvertreter – das Grauen war allen anzusehen, die an diesem Donnerstag am Vormittag und dann noch einmal am späteren Nachmittag in möglichst nüchterne Worte zu fassen versuchten, was sich nur mit Inferno, Tragödie oder Katastrophe beschreiben lässt. Mehr als 40 Menschen – die meisten zwischen 16 und 25 Jahre alt – sind in dieser Silvesternacht bei einem Brand in einer Bar im Schweizer Bergdorf Crans-Montana ums Leben gekommen.
Ein Augenzeuge schilderte meinen Kolleginnen Sabrina Bundi und Alexandra Aregger vom Schweizer Tagesanzeiger, wie Eltern „verzweifelt versuchten, in eine Bar zu gelangen, um nach ihren Kindern zu sehen“. Dutzende kämpfen noch um ihr Leben. Aregger und Bundi fanden einen Ort vor, der vor Schock erstarrt zu sein schien.
Vieles ist noch unklar. Insbesondere bei der zweiten Pressekonferenz wollten die Journalisten mehr wissen, was zu dem sich rasch ausbreitenden Brand in der Kellerbar geführt hat und wie lange es mit der Identifizierung der Opfer noch dauern wird. Noch gibt es aber nicht auf alle Fragen eine Antwort.
Das Jahr hat mit einer Schreckensnachricht begonnen. Es gibt aber auch positive Nachrichten – auch in der deutschen Wirtschaft. Etwas mehr Zuversicht fordert mein Kollege Michael Bauchmüller. Und meine Kollegin Sara Behbehani rät, es doch mit mehr Menschlichkeit im Miteinander zu versuchen.
Was heute wichtig ist
Worüber der Ort spricht, an dem es zum Inferno kam. Die Menschen in Crans-Montana fragen sich: Wie konnte das passieren? Die Bar „Le Constellation“ hatte Platz für etwa 300 Personen, wie viele in der Silvesternacht dort feierten, ist unklar. Vor allem über das Sicherheitskonzept gibt es Gerüchte. Die Generalstaatsanwältin verspricht Aufklärung. Zum Artikel (SZ Plus)
Mehrere Tote bei neuer Protestwelle in Iran. Die Menschen in Iran protestieren den fünften Tag in Folge gegen die autoritäre Staatsführung. Grund ist die schwere Wirtschaftskrise. Der Staat reagiert mit Härte. Bisher kamen laut Berichten mindestens sieben Menschen ums Leben. Vor allem in ländlichen Regionen kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Zum Artikel
Volkswagen kämpft um den chinesischen Markt. VW hat in China das größte Entwicklungszentrum außerhalb Deutschlands gebaut. Dort können Ingenieure erstmals in der Firmengeschichte Autos vollständig im Ausland entwickeln. VW betont, das bedeute nicht, dass der deutsche Traditionsstandort weniger wichtig würde. Was der Konzern vorhat, um chinesische Kunden wieder zu begeistern. Zum Artikel (SZ Plus)
Vierschanzentournee: Prevc macht mit der Konkurrenz, was er will. „Es ist krass, wenn man sieht, wie groß der Abstand ist“, sagt sein deutscher Konkurrent Philipp Raimund: Der Slowene Domen Prevc gewinnt auch das Neujahrsspringen deutlich. Den Gegnern bleibt vorerst nur Bewunderung. Zum Artikel (SZ Plus)
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